Über Uns

So sind wir geworden, was wir heute sind

So fing alles an

Angefangen hat es mit der besonders für Pädagog*innen wichtigen Erkenntnis, dass Entwicklung mit dem Erwachsen-Werden nicht aufhört und dass das mit dem Lernen ein Leben lang weiter geht. Natürlich passiert das mit dem Dazulernen auch ganz von alleine, vor allem wenn wir täglich mit Menschen zu tun haben. Aber gerade, weil Menschen in pädagogischen Berufen und in der beruflich bedingten Begegnung mit Menschen eine besondere Verantwortung tragen, braucht es auch über das ‚Vom-Leben-Lernen‘ hinaus Räume und Orte, an denen wir durch gezielte Angebote die Möglichkeit haben, mit Blick auf sowohl unsere berufliche Tätigkeit als auch unsere persönliche Entwicklung Fragen zu stellen und mögliche Antworten und Anregungen zu finden. Dabei spielt der Austausch mit Kolleg*innen oder anderen Menschen, die sich ebenfalls auf einen inneren Weg begeben haben, eine zentrale Rolle, denn für die meisten Menschen ist Lernen nicht nur ein individueller, sondern auch ein sozialer Prozess.

Dieses Verständnis von der Bedeutung des gemeinsamen und individuellen lebenslangen Lernens steht im Einklang mit den von Rudolf Steiner etablierten wöchentlichen Lehrer*innenkonferenzen an Waldorfschulen als Teil einer fortlaufenden professionellen Weiterbildung sowie seinem Hinweis, dass die Bereitschaft zu fortwährender Weiterentwicklung eine Grundvoraussetzung für Pädagog*innen sei.

Präsent und achtsam – online und offline

Nach vielen Jahren Erfahrung – als Teilnehmerin und als Gestalterin von Präsenz-Fortbildungen – hatte ich 2016 die Gelegenheit, an einem Online-Kurs zur Theorie-U von Otto Scharmer teilzunehmen. Dabei konnte ich viel Neues und Hilfreiches für meine eigenen beruflichen Tätigkeiten mitnehmen und gleichzeitig an mir selbst erleben, dass es mit dieser, damals noch recht neuen Form des Lernens durchaus möglich war, einen Rahmen zu gestalten, in dem berufliche Fortbildung stattfand und dabei einen Raum zu schaffen, der zu persönlicher Entwicklung einlud. Die Theorie-U hat mich seitdem nicht wieder losgelassen und zusammen mit der Waldorfpädagogik meinen weiteren Lebensweg grundlegend beeinflusst. Meine Erfahrungen mit dieser ersten „Lernreise“ haben maßgeblich zur Gründung von elewa–eLearningWaldorf beigetragen und die Gestaltung der Angebote  beeinflusst.

Unabhängig von Inhalten, Materialien und Medien liegt das Hauptaugenmerk der elewa Angebote auf einem bewussten Umgang miteinander, der von Achtsamkeit und gegenseitigem Interesse geprägt und getragen ist. Sowohl im Sinne einer waldorfpädagogischen Grundhaltung als auch der Theorie-U ist es uns ein Anliegen, Lernräume zu gestalten, in denen die Begegnung mit der Welt, den anderen und uns selbst den Ausgangspunkt für persönliches Wachstum und professionelle Entwicklung bildet. Wir stehen für ein vorurteilsfreies Miteinander und einen respektvollen Dialog.

Transformatives Lernen – Verstehen und Zu-Eigen-Machen

Das Nachkochen eines gut formulierten, ausführlichen Rezeptes kann zwar durchaus zu einer leckeren Mahlzeit führen, aber es wird uns nicht in die Lage versetzen, auch mit anderen Zutaten und Utensilien ein ähnlich erfolgreiches Resultat zu erzielen. Kochen nach Rezept wird keinen Koch und keine Köchin aus uns machen!

Die Erkenntnis, dass ein Verstehen dessen, was ich für meinen Unterricht Neues lernen will, eine wesentliche Voraussetzung für eine nachhaltige Wirkung meiner Lernbemühungen ist, schlägt sich ebenfalls in den elewa-Angeboten nieder – und hat sich sogar ungeplant in den Namen eingeschlichen: auf Kisuahili ist das aus dem Namen elearning-waldorf abgeleitete Wort ‚elewa’ gleichbedeutend mit ‚verstehen‘.

Wirklich transformierendes Lernen findet statt, wenn wir zunächst etwas für uns Neues erleben, dann verstehen worum es geht, Gelegenheit bekommen, daraus entstandene Einsichten anzuwenden und schließlich das „Neue“ in unsere eigene Praxis oder unser Leben integrieren und uns dabei zu eigen machen – also auch den Realitäten unseres eigenen Tuns und Seins anpassen können.

Deshalb enthalten unsere Angebote keine Rezepte, sondern vielmehr eine Mischung aus Hintergrundgedanken, pädagogischen Überlegungen, Anregungen zur Umsetzung und Einladungen, den eigenen Unterricht bzw. das eigene pädagogische Tun zu erforschen und dabei neue Aspekte auszuprobieren und in das eigene Tun zu integrieren. Damit können sie sowohl von Pädagog*innen und Eltern, als auch von pädagogisch oder an Entwicklung Interessierten aus anderen Bereichen genutzt werden.

Vielfalt und Flexibilität

Ein grundlegender Gestaltungsgedanke der elewa Angebote bezieht sich auf das Thema Vielfalt, die mir als Biologin ganz besonders am Herzen liegt, weil ich um ihre stärkende Wirkung weiß. Elewa Angebote wenden sich an einen vielfältigen Personenkreis, bedienen sich unterschiedlicher Medien und Materialien, führen die Stimmen und Erfahrungen verschiedener Menschen zusammen. So wurzelt elewa zwar in waldorfpädagogischen Grundhaltungen, lädt aber immer wieder auch den Blick über den Tellerrand ein, in dem andere pädagogische Ansätze oder Perspektiven sowie Stimmen aus der Wissenschaft integriert werden.

Unsere Angebote ermöglichen unterschiedliche Lern-Formate und Lern-Wege an. Das Spektrum reicht von asynchron nutzbaren, offline Materialien bis hin zu live-online Begegnungsräumen oder sogar regionalen Präsenz-Gruppen. Diese vielfältigen Angebote laden zu individuell gestalteter Nutzung ein und lassen sich den oft sehr unterschiedlichen Lebensumständen und Lerngewohnheiten flexibel anpassen.

Aus dem Wunsch nach Vielfalt ist auch der Wunsch entstanden, die Plattform zweisprachig zu gestalten, um die Angebote so einem weiteren Kreis von Nutzer*innen zugänglich zu machen. Trotz moderner Technik kann es dadurch z.T. zu einer Darstellung kommen, die dem einen oder der anderen ungewohnt erscheint. Wir meinen aber, dass die Möglichkeit der Internationalität diese Stolperstellen rechtfertigt.

Gemeinsam statt allein

elewa war von Anfang an als Raum der Kooperation gedacht. Dieser Gedanke bezieht sich zum einen auf die Teilnehmer*innen der Kurse und Online-Dialoge, die zum achtsamen Austausch eingeladen werden. Zum anderen bietet die Plattform auch anderen Menschen oder Institutionen die Möglichkeit, ihre eigenen Kurse und Materialien zu gestalten und über elewa anzubieten.

Für die Nutzer*innen vergrößert ein reichhaltiges Angebot die Chance, hier das zu finden, was den eigenen Lernbedürfnissen und Gewohnheiten entspricht.  Die Anbieter*innen von Fortbildungsangeboten finden auf elewa eine funktionierende Umgebung, in der sie ihre Angebote individuell gestalten können. Gleichzeitig können sie den Synergieeffekt einer gemeinsamen Plattform nutzen.

Lernen und Wachsen

elewa ist aus einer Vision geboren und durfte durch 10 bewegte Jahre ihre eigene Identität entwickeln, zu einer jungen Erwachsenen mit einer guten Verbindung zu dem lebendigen Kind.  Ermöglicht haben das der Einsatz einzelner Menschen, v.a. Ulrike Barth und Martyn Rawson, sowie die Gründungsmitglieder des Vereins elewa-eLearningWaldorf e.V., die Unterstützung von Institutionen wie z.B. der Pädagogischen Forschungsstelle beim BdFWS (PäFo) und dem European Council for Steiner Waldorf Education (ECSWE), die finanzielle Förderung durch die Software Stiftung und die Waldorf Stiftung. Das Wichtigste waren aber natürlich die vielen Menschen in aller Welt, die durch die Nutzung unserer Angebote ihre Anerkennung unserer Vision deutlich machen. Für all diese Unterstützung möchte ich mich hiermit herzlich bedanken!

Dank

Der Aufbau und die Gestaltung der Webseite wurden viele Jahre maßgeblich von Marten Sievers umgesetzt und begleitet. Der von Sonja Peinemann behutsam und achtsam geführte Design- und Gestaltungsprozess der vorliegenden Webseite konnte Wesentliches zur Identitätsfindung beitragen. elewas sich entwickelnde und verändernde Identität kommt nun in dieser neuen Webseite zum Ausdruck. Die finanzielle und ideelle Unterstützung durch das Projekt #waldorflernt, eine Kooperation zwischen elewa und der Pädagogischen Forschungsstelle, war ebenfalls eine wichtige Hilfe. Und ich bedanke mich herzlich für die Unterstützung der Kampagne „Jede Stunde zählt“, die uns einige ihrer Bilder zur Nutzung auf der Webseite überlassen hat.

Ausblick: Co-Learning und Co-Working

Im elewa Team sind wir freudig gespannt darauf, was die Zukunft mit sich bringt. Im Sinne des #waldorflernt Podcasts “Gegenwart hören, Zukunft gestalten” sind wir vor allem an den Beiträgen und Rückmeldungen unserer Nutzer*innen interessiert, damit wir unsere Angebote den Bedürfnissen und Möglichkeiten der Menschen immer wieder anpassen können. Und wir lauschen in die Welt um zu erkunden, was diese Zeit uns zu sagen hat und was die Menschen, die in dieser Zeit aufwachsen, leben und arbeiten wohl brauchen könnten. Wir wollen nicht nur ‚mit der Zeit gehen‘, sondern vor allem für eine Zukunft stehen und befähigen, in der Menschen das Leben und die Welt ganzheitlich betrachten, sich achtsam und respektvoll begegnen und dabei auch für die eigene Gesundheit sorgen.

In diesem Sinne  wünschen wir uns für den Co-Learning Space elewa eine wachsende, lebendige Gemeinschaft von Nutzer*innen aus aller Welt, die miteinander lernen und wachsen wollen.  Und wir freuen uns auf neue Mitgestalter*innen, die sich von unserer Vision eines Co-Working Spaces angesprochen fühlen und die elewa Gemeinschaft durch eigene Angebote bereichern wollen.

Im August 2026 Ulrike Sievers

 

Ulrike Sievers

Martyn Rawson