Übmodul 3: Wiederholung, Variation, Weiterentwicklung

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1.3.1 Wiederholung: “Ich denke die Rede”

Es ist sinnvoll, jede Einheit mit dieser Übung zu beginnen. Sie kann sehr oft wiederholt werden, da ihre Wirkung niemals einseitig ist, sondern generell harmonisierend, klärend und fokussierend.

  

 

1.3.1.1 Variationen

  • Ich bewege nur die Arme durch die Stellungen
  • Ich bewege nur die Füße durch die Stellungen
  • Arme und Beine zusammen
  • Ich achte auf die Formen, von denen die 6 Stellungen umgeben sind, also Quadrat, Kreis etc.
  • Ich übe vor einem Spiegel und prüfe die Genauigkeit oder ich arbeite mit einem Gegenüber, das mich korrigiert
  • Ich stelle mir immer zuerst die Form vor, dann die Stellung in der Form, dann gehe ich in die Stellung, halte darin aus und bereite die nächste Stellung vor, etc.
  • In meiner Vorstellung bilde ich die Stellung als Urbild, als ob jemand hinter mir stünde und lasse mich daraus “inspirieren” und gehe in die Stellung. So durch alle 6 Stellungen. (Rudolf Steiner hat die Übung so angelegt, dass 6 Menschen nebeneinander in den Stellungen standen und ein siebenter vor ihnen seitlich schreitet und vor jedem “Urbild” stehen bleibt und in die Stellung geht, nach hinten wahrnehmend. Er gab auch an, dass die Übung mit Sprüngen von einer Stellung in die andere ausgeübt werden soll.)
  • Übergang mit Sprung: Ich stelle mir die erste Figur vor, gehe hinein. Ich halte die Waagrechte und bereite innerlich die nächste Figur vor. Dann springe ich hinein. So durch alle 6 Stellungen. Die letzte Stellung kommt zur Ruhe, dann löse ich vorsichtig auf.
  • Ich übe die letzte Fassung und werde dabei immer schneller. Entscheidend dafür ist, innerlich sehr schnell ein exaktes Bild der nächsten Stellung zu haben. Ziel ist es, im rasanten Wechsel von Vorstellung und Willensimpuls die absolute innere Ruhe zu bewahren.

 

1.3.2 Dreiteiliges Schreiten

Bei der Wiederholung des Schreitens finden wir zunächst, wie unter 1.1.2 beschrieben in den “Flow”.

(das Videoformat auf Vollbild stellen, dann passt es besser...)

 

1.3.2.1 Variation zum Dreiteiligen Schreiten

Ich beobachte, wie beim Verbinden der Fußsohle mit der Erde eine Bewegung von der Fußspitze zur Ferse führt, beim Vorwärts- und beim  Rückwärtschreiten wie unter 1.2.1 beschrieben. Dann  kombiniere ich die Übungen 1.2.1 und 1.2.4, also das Schreiten und die IAO-Übung. Die zweite Bewegung ergibt sich, wenn der Fuß ganz auf der Erde angekommen ist und das Gewicht des Körpers übernimmt, wenn sich der andere Fuß löst.

Das ist beim Rückwärtsschreiten leichter zu erklären: Nachdem der hintere Fuß ganz angekommen ist, löst sich der vordere. Ich bin in der O-Stellung. Wenn der vordere Fuß am stehenden Fuß vorbei kommt, bin ich in der I-Stellung. Kurz bevor ich hinter mir den Fuß aufsetze, bin ich in der A-Stellung. Also beim Rückwärtsschreiten: O-I-A, O-I-A; beim Vorwärtsschreiten: A-I-O, A-I-O. Am Ende immer ankommen mit geschlossenen Füßen in der Aufrechten stehend.

Beim Voranschreiten ist die Sache etwas komplexer, weil zwei gegenläufige Bewegungen ablaufen. Bitte ausprobieren und gerne Fragen bzw. Erfahrungen dazu ins Forum stellen!

 

1.3.3 Dynamische Übung als Koordinationsübung

1.3.3.1 zur Steigerung der Dynamik

Zunächst wiederholen wir die Übung mit der Dreiecksverwandlung und dem Vokal I wie unter 1.1.4 beschrieben. Die Dynamik lässt sich durch folgende geometrische Hilfsvorstellung noch sehr steigern:
Wenn ich das Dreieck ausführe, denke ich zunächst eine Gerade, die von links hinten nach rechts vorne weist – aus dem Unendlichen kommend und ins Unendliche weisend. Mein Weg ist nur ein winziges Stück Weg in der durch diese Gerade definierten Richtung.  Das Selbe gilt für die Gerade von rechts nach links . Und von vorne links nach hinten rechts ebenso. Ich werde jeweils von der Dynamik der Gerade mitgenommen, lasse los und werde von der nächsten mitgenommen.
Der gebogene Weg (in der Zeichnung grün) ist Teil einer Kreislinie, deren Mittelpunkt weit außerhalb des Dreiecks liegt. Jetzt werde ich also von drei Kreislinien mitgenommen. Die drei Kreismittelpunkte kommen näher und wandern ins Innere des Dreiecks, wo sie sich zu einem Punkt vereinen. Im Verlauf der Übung entsteht ein Schwingen, das sich bis zur vierten Form (in der Zeichnung lila) immer weiter steigert. Der Doppelkreis aus drei Zweidrittelkreisen hat eine ganz eigene Dynamik.

1.3.3.2. zur Koordination

Dann richten wir unser Bewusstsein auf die Arme: beim Ablauf der Formen zwischen Dreieck und Kreis lenke ich meine Aufmerksamkeit auf den Bildeprozess des Vokals I.  (Rudolf Steiner: “Wenn der Arm gestreckt ist, ist es kein I mehr.”) Wichtig ist also, dass sich das I auf dem Weg bildet und erst an der Ecke fertig wird und dass dabei trotzdem exakt die Geometrie der Formen eingehalten wird.

 

 

1.3.4 Der Vokal U in zwei Varianten

Der Vokal U kann auf viele Arten gebildet werden. Bei der Eurythmiefigur von Rudolf Steiner herrscht die Farbe Blau vor, die sich bis in die Füße zieht, die eher die Form von Sockeln haben. Diese Farbstimmung verbindet uns gut mit der Gravität der Erde. Im Gegensatz dazu steht die Schleierfarbe Gelb. Sie ist nicht nur licht (wie leicht), sie ragt sogar über das Blau hinaus, indem sie über den Schultern einer Art “Überschuss” bildet. Zwischen der Sicherheit der Erde und der Lichteswelt des Kosmos bildet sich eine Sicherheit, man durch diese Übung erfühlen kann.

Der euryhmtische Vokal U trägt auch auch zur Sammlung und inneren Erwärmung bei. Dazu gibt es eine frühe Angabe Rudolf Steiners,  die man so umsetzen kann: Die Beine stehen nebeneinander, so dass eine Beziehung zwischen rechtem und linkem Bein spürbar ist. Die Arme und die Hände sind leicht angelegt, so dass die Handflächen die Oberschenkel rechts und links fühlen. Diese Stellung kann lange gehalten werden. Vielen Menschen tut diese Übung sehr gut. Wenn allerdings unangenehme Empfindungen auftreten: bitte aufhören! (Das Bild stammt von einer sogenannten Eurythmiefigur zum Vokal U nach einer Skizze von R. Steiner)

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Damit endet die dritte Übeinheit


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